
Kurs: Competitive Strategy / Wettbewerbsstrategie
Beschreibung
Kurs Competitive Strategy
Der Kurs „Competitive Strategy“ umfasst 24 Stunden, mit flexibler Lernplanung. Der Kurs ist für Selbst-Studium geeignet. Der Fokus liegt auf strategischen Konzepten aus der Spieltheorie, Kooperation, Komplementen, Markteintritt, Innovation und Produktdesign.
Der Kurs „Competitive Strategy“ ist in 6 Einheiten unterteilt. Jede Einheit enthält Videos, Readings (Lesematerialien), Assignments (Aufgaben) und implizite Lernziele, die aus den Beschreibungen abgeleitet werden. Es werden keine expliziten Dauern für einzelne Videos oder detaillierte Untertitel der Videos angegeben, aber die Module bauen aufeinander auf. Im Folgenden werden alle Inhalte granular aufgelistet:
1. Zielgruppenanalyse
Zielgruppe:
Der Kurs richtet sich an (angehende) Führungskräfte, Unternehmensstrategen, Berater, Gründer und MBA-Studenten. Die Teilnehmer verfügen über ein betriebswirtschaftliches Grundwissen und sind mit Konzepten wie SWOT-Analysen oder grundlegender Mikroökonomie vertraut.
Erwartungen und Ziele:
Die Teilnehmer erwarten die Vermittlung robuster, analytischer Frameworks, die über deskriptive Modelle hinausgehen. Sie wollen nicht nur wissen, was eine Strategie ist, sondern wie man sie unter Unsicherheit und im direkten Wettbewerb herleitet und bewertet. Das Ziel ist die Verbesserung der strategischen Entscheidungsqualität durch präzise Analysewerkzeuge.
Maximaler Mehrwert:
Der Mehrwert wird durch die konsequente Anwendung der Theorie auf reale, komplexe Fallstudien geschaffen. Die Assignments sind als strategische Simulationen konzipiert, die die Teilnehmer zwingen, Modelle anzuwenden und ihre Entscheidungen zu verteidigen. Der Fokus liegt auf der Quantifizierung und Modellierung von Wettbewerbsinteraktionen, nicht auf vagen qualitativen Beschreibungen.
2. Detaillierte Modulanalyse
1: Spieltheorie und Wettbewerbsanalyse
Nach diesem Modul analysieren Sie strategische Interaktionen mittels spieltheoretischer Modelle und leiten optimale Reaktionen auf Wettbewerberaktionen her.
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Darstellung von Spielen: Normalform- (Payoff-Matrix) und Extensivformdarstellung (Spielbaum) zur Modellierung strategischer Interaktionen.
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Dominanz: Identifikation und iterierte Eliminierung streng dominierter Strategien zur Vereinfachung von Entscheidungsproblemen.
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Nash-Gleichgewicht: Konzeptualisierung und Berechnung von Gleichgewichten in reinen und gemischten Strategien. Analyse der Stabilität von Marktergebnissen.
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Gefangenendilemma: Analyse von Situationen, in denen individuell rationale Entscheidungen zu kollektiv suboptimalen Ergebnissen führen. Anwendung auf Preiswettbewerb und Werbeausgaben.
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Sequentielle Spiele: Analyse von First-Mover- und Second-Mover-Vorteilen. Einführung in das Konzept der Rückwärtsinduktion zur Lösung von Spielbäumen.
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2: Kooperation und Wettbewerb
Nach diesem Modul beurteilen Sie die Bedingungen für stabile Kooperation in Wettbewerbsumfeldern und gestalten Anreizsysteme, die diese fördern.
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Wiederholte Spiele: Analyse, wie der Zeithorizont und der Abzinsfaktor die Kooperationsbereitschaft beeinflussen. Endliche vs. unendliche Spielwiederholungen.
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Kooperationsstrategien: Formale Analyse von Strategien wie Tit-for-Tat (Wie du mir, so ich dir) und Grim Trigger (Bestrafung bei Abweichung) zur Aufrechterhaltung von Kooperation.
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Implizite vs. Explizite Kollusion: Abgrenzung von stillschweigender, marktkonformer Koordination und illegaler Kartellbildung.
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Kooperationsfördernde Faktoren: Analyse der Rolle von Markttransparenz, glaubwürdiger Selbstbindung, Reputationsmechanismen und Sanktionsmöglichkeiten.
3: Komplemente und Strategische Partnerschaften
Nach diesem Modul identifizieren Sie Wertschöpfungspotenziale durch Komplemente und gestalten strategische Partnerschaften zur Steigerung des eigenen Wettbewerbsvorteils.
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Komplemente und Co-opetition: Analyse von Gütern, deren Wert sich gegenseitig steigert (z. B. Hardware/Software). Anwendung des Value Net Modells (Brandenburger & Nalebuff).
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Bündelungsstrategien: Analyse von reiner und gemischter Bündelung zur Preisdiskriminierung und Marktabschöpfung.
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Wechselkosten und Lock-in: Quantifizierung und strategische Schaffung von technologischen, kognitiven und vertraglichen Wechselkosten zur Kundenbindung.
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Standardsetzung: Analyse von Koordination und Wettbewerb bei der Etablierung von Industriestandards (z. B. Blu-ray vs. HD DVD).
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4: Markteintrittsstrategien
Nach diesem Modul bewerten Sie Marktattraktivität systematisch und leiten daraus fundierte Markteintritts- und Abwehrstrategien ab.
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Branchenstrukturanalyse: Anwendung des Fünf-Kräfte-Modells (Porter) zur quantitativen Bewertung der Branchenrentabilität: Wettbewerbsintensität, Verhandlungsstärke von Lieferanten und Kunden, Bedrohung durch Substitute und neue Anbieter.
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Eintrittsmodi: Systematischer Vergleich von Greenfield-Investition, Akquisition und Joint Venture basierend auf Kosten, Kontrolle und Geschwindigkeit.
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Eintrittsbarrieren: Analyse und Aufbau von strukturellen (z. B. Skaleneffekte, Kapitalbedarf) und strategischen (z. B. Überkapazität, Limit Pricing) Barrieren.
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Abwehrstrategien: Modellierung von glaubwürdigen Abschreckungsstrategien etablierter Unternehmen (z. B. Predatory Pricing, strategische Patentierung).
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5: Innovations- und F&E-Strategien
Nach diesem Modul steuern Sie den Innovationsprozess strategisch und entwickeln Differenzierungsstrategien zur Sicherung nachhaltiger Wettbewerbsvorteile.
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Innovationstypen: Unterscheidung nach Wirkung (inkrementell vs. radikal) und Bereich (Produkt-, Prozess-, Geschäftsmodellinnovation). Analyse des Konzepts der disruptiven Innovation (Christensen).
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F&E-Portfoliomanagement: Steuerung des F&E-Budgets durch eine Portfolio-Analyse, die Projekte nach Risiko, Ertrag und strategischem Fit ausbalanciert.
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Make-or-Buy-Entscheidung: Strategische Abwägung zwischen interner Entwicklung, Lizenzierung, Akquisition von Technologien oder F&E-Kooperationen.
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Schutz geistigen Eigentums (IP): Einsatz von Patenten, Marken und Geschäftsgeheimnissen als strategische Waffen zur Sicherung von Innovationsrenditen.
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6: Produktdesign und Preisstrategie
Nach diesem Modul gestalten Sie Produkt- und Preisstrategien zur Reduktion des Wettbewerbsdrucks und zur Maximierung der Wertabschöpfung.
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Generische Wettbewerbsstrategien (Porter): Anwendung der Kostenführerschaft, Differenzierung und Fokussierung auf Produktarchitektur und Preispositionierung.
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Wertbasierte Preisgestaltung (Value-Based Pricing): Methoden zur Quantifizierung des Kundennutzens und dessen Umsetzung in Preismodelle (z. B. Skimming, Penetration, Versionierung).
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Strategische Produktpositionierung: Analyse von „feature creep“ (Überfrachtung mit Funktionen) und die gezielte Reduktion von Produktkomplexität zur Abgrenzung vom Wettbewerb.
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Vermeidung der „Stuck in the Middle“-Position: Analyse der Gefahr, ohne klare strategische Ausrichtung (weder Kosten- noch Differenzierungsführer) keine Wettbewerbsfähigkeit zu erzielen.
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Zusätzliche Kursinhalte und Features
Zur weiteren Vertiefung und zur Sicherstellung des maximalen Nutzens werden folgende Inhalte integriert:
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Fortgeschrittene Spieltheorie: Einführung in Bayesianische Spiele (Interaktionen unter unvollständiger Information) und Signalling Games (glaubwürdige Informationsübermittlung).
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Plattformökonomie: Analyse von Netzwerkeffekten, zweiseitigen Märkten und den spezifischen Wettbewerbsstrategien von plattformbasierten Geschäftsmodellen (z. B. Winner-takes-all-Märkte).
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Strategieimplementierung: Frameworks zur Überführung der Strategie in operative Maßnahmen, inklusive der Analyse von organisationalem Widerstand und Change Management.
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Messung des strategischen Erfolgs: Einführung in die Balanced Scorecard und die Definition von Key Performance Indicators (KPIs), die über rein finanzielle Metriken hinausgehen.
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Wettbewerbssimulationen: Ein computergestütztes Planspiel, in dem Teilnehmer in Teams gegeneinander antreten und ihre strategischen Entscheidungen über mehrere Perioden anpassen müssen.



